„Nacht der Musicals“

Zum 120-jährigen Jubiläum hatte sich die Sängervereinigung  Mainflingen (SVM) vorgenommen, ihren Sangesfreunden in Nah und Fern etwas ganz Besonderes zu bieten:
Aus einer Idee des SVM-Dirigenten Werner Utmelleki geboren, begannen vor rund einem Jahr, durchaus von einiger Skepsis auch der eigenen Mitglieder begleitet, die ersten Vorbereitungen für ein selbst für SVM-Verhältnisse ungewöhnliches Konzept der Gesangs-Präsentation. Der eigens gegründete Konzertausschuss unter dem Vorsitz von Ute Oftring musste anfänglich vor allem Überzeugungs-arbeit leisten, wusste letztlich jedoch den gesamten Verein „hinter sich“... Die Resonanz nach Beginn des Vorverkaufs übertraf dann auch alle Erwartungen. In kürzester Zeit und noch bevor die geplante Werbung so richtig angelaufen war, konnte von den Vorverkaufs-stellen für beide Vorstellungen „ausverkauft“ gemeldet werden. Überraschend vor allem, dass Bestellungen nicht nur aus Mainflingen, sondern vermehrt auch aus dem erweiterten Ostkreis vorlagen. Die eingerichtete Warteliste konnte bis zuletzt nicht abgearbeitet werden.

Am vergangenen Wochenende bestätigte die Sängervereinigung eindrucksvoll, dass die Vorschusslorbeeren durchaus ihre Berechtigung besaßen. Die Erwartungen der Musicalfreunde wurden nicht nur erfüllt, sondern zum Teil sogar weit übertroffen.

Schon der Auftakt zur „Nacht der Musicals“ in dem themenmäßig geschmückten Bürgerhaussaal ging unter die Haut. Frauen- und Männerchor zogen in den Saal ein und platzierten sich neben dem eigens errichteten 9x5-Meter großen Bühnenvorbau. Zebras, Giraffen, Löwen, Hyänen, Leoparden, Elefanten, Warzenschweine, Erdmännchen und Schmetterlinge nahmen ihren Platz vor einer beeindruckenden afrikanischen Savannenkulisse (gemalt von Denise Oftring!) ein, und gemeinsam besangen sie mit der charmanten Solistin Dagmar Müller den „ewigen Kreis“. Die Jüngsten des Vereins mit ihrer Dirigentin Carina Weber (!) spielten und sangen  sich in dieser Sequenz mit der Story und den Liedern zu „Der König der Löwen“ in die Herzen der Zuschauer. Songs wie „Seid bereit“, „Hakuna Matada“, „Der Löwe schläft heut Nacht“ oder „Kann es wirklich Liebe sein“, allesamt live gesungen, forderten den Beifall der Besucher geradezu heraus. Der gesamte Kinderchor um Melanie Sommer, Dilara Wissler, Sara Wolf, Anna-Lena Rupprecht und nicht zuletzt Lars Müller kann stolz sein auf diese Vorstellung.

In der folgenden Sequenz übernahm der junge Chor der SVM, die Coloured Voices“, mit ihrem Dirigenten Stefan Weih unterstützt vom SVM-Ballett unter der Leitung von Anja Feldner und Claudia Knecht  mit dem Musical „Dirty Dancing“ das Geschehen auf der Bühne. Sie entführten ihr dankbares Publikum vor entsprechendem Bühnenbild mit u.a. den Songs „Be my Baby“, „Hungry Eyes“, „Hey Baby“, „Will you love me tomorrow“ und „Time of my life“ in das Amerika der 60-er Jahre. Mit dem Song „She`s like the wind“ riss der Dirigent dieser Gesangsformation Stefan Weih seinen Chor mit den Solistinnen und Solisten Verena Knecht, Mario Sacco (!), Christiana Bach, Christian Unkelbach, Andreas Nees, Corinna Weil und Daniel Mäder zu Bestleistungen mit. Gut gemacht, Coloured Voices!!!

Nach einer gut 20-minütigen Pause brachten die beiden kleinen Chöre der SVM, die Moafährladies und die Mainfinken, im Look der 50-er-Jahre mit ihrer Version des weltbekannten Musicals „Grease“ vor erneut umgebautem Bühnenbild das Publikum schnell wieder in beste Musical-Stimmung. Die Anführerin der Girls-Group „Pink Ladies“ Sandy (Michaela Kemmerer) und der Anführer der Boy-Group „T-Birds“ Danny (Stefan Stegmann) finden nach einigen Irrungen und Wirrungen und acht zum Teil tänzerisch vom SVM-Ballett unter-malten  und allesamt von den Besuchern begeistert aufgenommenen Songs (u.a. „Grease“, „Sommernacht“, „Rock`n Roll Party Queen“, „You are the one that I want“, „Wir geh`n zusammen“) letztendlich doch zusammen. Die Wandlung der schüchternen Sandy im braven Sommerkleidchen in eine selbstbewusste junge Frau mit trägerlosem rotem Top zieht sich wie ein roter Faden durch die rasante Story. Dass für die Schlüsselszene sogar ein Auto auf die Bühne geschafft wurde, überraschte zu diesem Zeitpunkt schon niemanden mehr wirklich. Neben ihrem bekannt großen musikalischen Potenzial brillierten die beiden kleinen Chöre diesmal ganz besonders durch ihre Liebe zum Detail.

Als niemand mehr mit einer Steigerung gerechnet hatte, setzten die beiden großen SVM-Chöre zusammen mit dem SVM-Ballett mit ihrer Version des Musicals „Mamma Mia“ noch einmal ein Ausrufezeichen. Die Frage nach dem Vater von Sophie (Denise Oftring) konnte bis zuletzt nicht geklärt werden, auch wenn gleich drei honorige Männer zur Auswahl standen (Günther Knies, Gunter Knecht, Horst Knies). Idealbesetzt auch Mutter Donna (Gerlinde Glaser). Ihre Auftritte mit ihren Freundinnen Rosie (Edith Dasovic) und Tanja (Rosie Henkel) gehörten nicht nur gesanglich zu den absoluten Höhepunkten des Abends. Mit einer Doppelhochzeit vor Hochwürden (Herbert Kuhn) und dem Abba-Song „Ich will, ich will, ich will...“ endete die Story doch noch im Happy-End. Zuvor konnten die beiden großen SVM-Chöre mit u.a. den Songs „Honey, Honey“, „Money, Money“, „Danke für die Lieder“, „Mamma Mia“, „Dancing Queen“, „Super Trouper“, „SOS“ und „Unser Sommer“ noch einmal ihr ganzes musikalisches Spektrum abrufen. Noch vor dem Finale bedankte sich der SVM-Vorsitzende Henry Nees mit Blumen bei seinen Dirigenten Werner Utmelleki, Stefan Weih und Carina Weber sowie bei der Konzertausschussvorsitzenden Ute Oftring.  Beim Finale selbst hielt es keinen Besucher auf seinem Stuhl, die begeisterten Zuschauer dankten den Aktiven mit nicht enden wollenden stehenden Ovationen.

Überaus souverän und schlagfertig überbrückte der Moderator Harald Wiegand die Umbaupausen und bereitete sein Publikum kurz und präzise inhaltlich auf die kommenden Auftritte vor. Steffen Wolf sorgte mit seiner Crew dafür, dass die Umbauphasen schnell und unkompliziert über die Bühne gingen.

Die Sängervereinigung Mainflingen hat mit der „Nacht der Musicals“ einmal mehr bewiesen, welches, nicht nur gesangliche, Potenzial in diesem Verein steckt. Nach dem Motto „Jeder macht, was er am Besten kann“ konnten fast alle Mitglieder in die vielfältigen Aufgaben eingebunden werden. Für jeden gab es etwas zu tun. Letztlich kann somit auch jedes Mitglied ein klein bisschen stolz sein auf eine Musical-Veranstaltung, die letztlich alle Erwartungen weit übertroffen hat.

 

Weitere Bilder zur "Nacht der Musicals" findet ihr hier.